Der OP-Termin steht, Urlaub ist eingereicht, die Kinderbetreuung organisiert. Und dann kommt eine Erkältung, ein auffälliger Laborwert oder einfach das Gefühl, noch nicht bereit zu sein. Einen Termin für eine Brust-OP zu verschieben oder abzusagen, ist für viele Patientinnen unangenehm. Dabei gehört es zu einer sicheren Behandlung, dass ein Eingriff nur stattfindet, wenn alle Voraussetzungen stimmen. Dieser Beitrag erklärt, aus welchen Gründen ein Brustchirurg einen Termin verlegt, wie Sie selbst vorgehen, wenn Sie verschieben möchten, und worauf Sie im Behandlungsvertrag achten sollten. Er ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung.
Warum ein Brustchirurg den OP-Termin verlegt
Eine ästhetische Brust-OP ist planbar. Deshalb gilt der Grundsatz, lieber einige Wochen später zu operieren als unter ungünstigen Bedingungen. Ein sorgfältiger Brustchirurg und das Narkoseteam prüfen bis kurz vor dem Eingriff, ob etwas dagegen spricht. Typische Gründe für eine Verschiebung sind:
- Ein akuter Infekt, etwa eine Erkältung mit Fieber, Husten oder eine Bronchitis, die für die Narkose relevant ist
- Entzündungen oder offene Stellen der Haut im OP-Gebiet
- Auffällige Werte in den Voruntersuchungen, die erst abgeklärt werden müssen
- Eine Vorerkrankung, die gerade nicht stabil eingestellt ist
- Neue Medikamente, zum Beispiel blutverdünnende Mittel, die vorher nicht bekannt waren
- Eine mögliche Schwangerschaft
- Ein neuer Befund an der Brust, der zuerst untersucht werden sollte
Für Sie ist das ärgerlich, aber es schützt Sie. Ein Chirurg, der trotz deutlicher Bedenken operiert, um den Plan einzuhalten, handelt nicht in Ihrem Interesse. Wie die Vorbereitung in den Wochen davor aussieht, lesen Sie im Beitrag Die letzten Wochen vor der Brust-OP.
Wenn Sie krank werden: rechtzeitig Bescheid geben
Melden Sie sich in der Praxis, sobald Sie Anzeichen eines Infekts bemerken, und nicht erst am OP-Morgen. Oft lässt sich telefonisch klären, ob ein leichter Schnupfen ohne Fieber unproblematisch ist oder ob eine Verschiebung besser wäre. Das Narkoseteam entscheidet hier mit, weil Atemwegsinfekte das Narkoserisiko verändern können.
Halten Sie für dieses Gespräch bereit, seit wann Sie Beschwerden haben, ob Sie Fieber gemessen haben und welche Medikamente Sie dagegen eingenommen haben. Je genauer Ihre Angaben, desto besser kann die Praxis einschätzen, wie es weitergeht. Fragen rund um die Narkose behandelt der Beitrag zum Narkosegespräch vor der Brust-OP.
Wenn Sie selbst verschieben oder absagen möchten
Zweifel vor einem Eingriff sind normal. Wenn sich aber die Frage, ob Sie die Operation wirklich wollen, nicht beruhigt, ist das ein ernstzunehmendes Signal. Eine ästhetische Operation sollte nur stattfinden, wenn Sie innerlich dahinterstehen. Ein seriöser Brustchirurg wird Sie nicht drängen, sondern Ihnen ein weiteres Gespräch anbieten.
Häufige Gründe auf Seiten der Patientin
- Offene Fragen zur Implantatgröße, zur Technik oder zu den Risiken
- Veränderte Lebensumstände, etwa ein Jobwechsel, ein Umzug oder ein Kinderwunsch
- Finanzielle Gründe oder unerwartete Kosten
- Fehlende Unterstützung zu Hause in den ersten Tagen nach dem Eingriff
Sprechen Sie offen über Ihre Gründe. Manche Unsicherheit lässt sich in einem zweiten Beratungsgespräch klären. Wie viel Zeit zwischen Beratung und Operation sinnvoll ist, beschreibt der Beitrag zur Bedenkzeit zwischen Beratung und Operation.
Was der Behandlungsvertrag zur Absage regelt
Viele Praxen und Kliniken nehmen Regelungen zur Absage in ihren Behandlungsvertrag oder ihre allgemeinen Bedingungen auf. Lesen Sie diese Abschnitte vor der Unterschrift genau. Achten Sie besonders auf diese Punkte:
- Bis wann Sie kostenfrei absagen oder verschieben können
- Ob und in welcher Höhe Ausfallgebühren vorgesehen sind und wofür sie anfallen
- Wie mit einer bereits gezahlten Anzahlung umgegangen wird
- Was gilt, wenn die Praxis selbst aus medizinischen Gründen verschiebt
- In welcher Form Sie absagen müssen, etwa schriftlich oder per E-Mail
Grundsätzlich können Patientinnen einen Behandlungsvertrag beenden und sind nicht verpflichtet, sich operieren zu lassen. Ob und in welchem Umfang eine Praxis trotzdem Kosten in Rechnung stellen darf, hängt von der konkreten Vereinbarung und vom Einzelfall ab. Bei Unklarheiten können Sie sich an eine Verbraucherzentrale oder eine Rechtsanwältin wenden. Wie Sie Kostenvoranschlag und Vertrag allgemein lesen, erklärt der Beitrag Kostenvoranschlag und Behandlungsvertrag verstehen.
Kurz vor dem Termin: was Sie selbst prüfen können
Viele Verschiebungen lassen sich vermeiden, wenn Sie in den Tagen vor der Operation auf einige Punkte achten. Meiden Sie, soweit möglich, engen Kontakt zu erkälteten Menschen und große Menschenmengen in der letzten Woche. Nehmen Sie keine neuen Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ein, ohne vorher in der Praxis nachzufragen, denn manche Präparate beeinflussen die Blutgerinnung. Achten Sie auf Ihre Haut im Bereich der Brust und vermeiden Sie Sonnenbrand, Rasurverletzungen oder neue Tätowierungen.
Sollte doch etwas auftreten, rufen Sie lieber einmal zu viel in der Praxis an als einmal zu wenig. Eine kurze Rückfrage kostet weniger Nerven als eine Absage am OP-Morgen, wenn Sie bereits nüchtern und mit gepackter Tasche vor der Tür stehen.
Einen neuen Termin gut planen
Ist der Termin verschoben, lohnt es sich, den neuen Zeitpunkt bewusst zu wählen. Planen Sie genug Abstand zum Infekt ein, damit Sie wirklich gesund sind. Prüfen Sie, ob Ihre Voruntersuchungen noch gültig sind oder wiederholt werden müssen. Klären Sie Urlaub, Krankschreibung und Unterstützung zu Hause neu, damit die ersten Tage nach der Operation nicht unter Zeitdruck stehen.
Fragen Sie außerdem, ob es bei Ihren Medikamenten oder beim Rauchstopp etwas zu beachten gibt. Eine Verschiebung kann eine gute Gelegenheit sein, die Vorbereitung in Ruhe abzuschließen.
Woran Sie eine faire Praxis erkennen
Wie eine Praxis mit Verschiebungen umgeht, sagt viel über ihre Haltung aus. Eine faire Praxis erklärt medizinische Gründe verständlich, bietet zeitnah einen neuen Termin an und hat transparente Regeln zu Kosten, die Sie schon vor der Unterschrift kennen. Sie setzt Sie nicht unter Druck, wenn Sie selbst noch Zeit brauchen. Warnzeichen sind dagegen Formulierungen, die eine Absage teuer oder peinlich erscheinen lassen sollen, oder ein Chirurg, der über erkennbare Gesundheitsprobleme hinweggeht.
Beratung bei einem Brustchirurgen, der sich Zeit nimmt
Ein sorgfältig geplanter OP-Termin beginnt mit einer gründlichen Beratung. Auf brustchirurg.com finden Sie Informationen, die Sie auf das Gespräch mit Fachärztinnen und Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie vorbereiten, einschließlich der Fragen zu Vertrag, Ablauf und Absage. Weitere Beiträge bietet die Kategorie Beratungsgespräch.
Wenn Sie Ihre Planung persönlich besprechen möchten, schreiben Sie uns über das Kontaktformular. Notieren Sie gern vorher, welche Fragen zum Termin und zum Vertrag für Sie offen sind.