Die Wochen vor der Operation sind entscheidender, als viele denken.
Zwischen der Zusage im Beratungsgespräch und dem Operationstag liegen meist mehrere Wochen. Diese Zeit wird oft als reines Warten erlebt, dabei ist sie ein eigener Abschnitt mit klaren Aufgaben. Voruntersuchungen müssen erledigt, Medikamente angepasst, der Haushalt vorbereitet und einige Gewohnheiten für eine Weile geändert werden. Wer diese Punkte abarbeitet, kommt ruhiger in den Operationstag und hat hinterher weniger Reibung.
Der folgende Überblick beschreibt, was in den letzten zwei bis drei Wochen vor einer Brustoperation üblicherweise ansteht. Die genauen Vorgaben legt immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest, da diese von Ihrem Befund, Ihren Vorerkrankungen und dem geplanten Eingriff abhängen.
Voruntersuchungen: Was typischerweise erhoben wird
Vor einem Eingriff unter Vollnarkose wird der Allgemeinzustand überprüft. Der Umfang hängt vom Alter und der Vorgeschichte ab. Häufig gehören dazu:
- Ein Blutbild mit Gerinnungswerten, Entzündungsparametern und Nierenfunktionswerten.
- Ein EKG, insbesondere ab einem bestimmten Alter oder bei Vorliegen einer Herzvorgeschichte, ist von Bedeutung.
- Eine Ultraschalluntersuchung der Brust wird je nach Befund und Alter durchgeführt.
- Eine Mammografie sollte durchgeführt werden, wenn das Alter oder die Familienanamnese dies erfordern.
- Ein Schwangerschaftstest, sofern eine Schwangerschaft möglich ist
Die Bildgebung der Brust hat dabei zwei Aufgaben. Sie ermittelt Auffälligkeiten, die vor einem geplanten Eingriff bekannt sein sollten. Und sie dokumentiert den Ausgangsbefund, der bei späteren Kontrollen als Vergleich dient. Bitte bringen Sie Vorbefunde mit, auch ältere. Eine Aufnahme von vor drei Jahren kann als Verlaufsvergleich wertvoll sein.
Das Gespräch mit der Anästhesie
Getrennt vom chirurgischen Aufklärungsgespräch findet ein eigener Termin zur Narkose statt. Dort werden Vorerkrankungen, Allergien, frühere Narkosen und Ihre gesamte Medikation besprochen. Nennen Sie auch das, was Sie für nebensächlich halten: pflanzliche Präparate, Nahrungsergänzungsmittel und Schmerzmittel aus der Hausapotheke gehören dazu. Wer im Operationsteam welche Aufgabe übernimmt, beschreibt der Beitrag zum Anästhesisten und OP-Team.
Medikamente, Nikotin und Alkohol
Einige Substanzen beeinflussen die Blutgerinnung und die Wundheilung. Laut ärztlicher Anweisung werden diese Substanzen vor dem Eingriff pausiert oder umgestellt. Betroffen sind typischerweise:
- Blutverdünnende Medikamente, deren Pausieren immer ärztlich gesteuert wird
- Bestimmte Schmerzmittel aus der Gruppe der Entzündungshemmer.
- Präparate wie Fischöl, Ginkgo, Ginseng, Knoblauchextrakt und Vitamin E in hoher Dosierung.
- Hormonhaltige Präparate, abhängig von der Einschätzung des Thromboserisikos.
Setzen Sie nichts eigenmächtig ein, insbesondere nicht bei blutverdünnenden Medikamenten. Selbstständiges Pausieren dieser Arzneimittel kann gefährlicher sein als der Eingriff selbst. Stellen Sie stattdessen eine vollständige Liste Ihrer Medikamente vor und lassen Sie die Entscheidung treffen.
Beim Rauchen ist die Faktenlage eindeutig: Nikotin verengt die kleinen Gefäße und verschlechtert die Durchblutung der Haut. Das erhöht das Risiko für Wundheilungsstörungen, gerade bei Straffungsoperationen mit längeren Schnitten. Vier bis sechs Wochen Pause vor und nach dem Eingriff sind eine gängige Empfehlung. Das gilt für alle Nikotinformen, auch für Verdampfer und Nikotinbeutel. Alkohol wird in den Tagen vor dem Eingriff ebenfalls weggelassen.
Zu Hause vorbereiten: die praktische Seite
Nach einer Brustoperation sind Arme und Oberkörper für einige Zeit nur eingeschränkt belastbar. Heben über Schulterhöhe fällt schwer, und das Tragen schwerer Gegenstände ist gar nicht möglich. Um Probleme später zu vermeiden, sollten Sie vor der Operation alles besorgen, was Sie später benötigen.
- Alltagsgegenstände von hohen Regalen auf Greifhöhe umräumen.
- Vorbereiten Sie vorn zu knöpfende Oberteile, da es unangenehm ist, diese überzuziehen.
- Vorräte eindecken und Mahlzeiten im Voraus kochen oder einfrieren.
- Zeitig den von der Ärztin verordneten Stütz-BH besorgen und die Größe prüfen lassen.
- Ein Kissen für die halbsitzende Schlafposition organisieren
- Die Begleitperson für den Hin- und Rückweg fest einplanen.
Planen Sie außerdem eine Betreuung ein, wenn kleine Kinder im Haushalt leben. Hochheben ist in den ersten Wochen unmöglich, und dies lässt sich kaum spontan lösen. Klären Sie ebenso mit dem Arbeitgeber, wie lange Sie voraussichtlich ausfallen, und rechnen Sie einen Puffer ein.
Ein realistischer Zeitplan für die letzten drei Wochen.
Die Aufgaben werden nicht gleichmäßig verteilt. Grob lässt sich der Zeitraum wie folgt ordnen:
- Etwa drei Wochen vorher: Voruntersuchungen terminieren, Vorbefunde zusammensuchen, Nikotinpause beginnen, Arbeitgeber informieren.
- Etwa zwei Wochen vorher: Narkosegespräch wahrnehmen, Medikamentenplan festlegen lassen, Stütz-BH kaufen, Betreuung für Kinder oder Haustiere klären.
- Etwa eine Woche vorher: Einkäufe erledigen, Wohnung umräumen, Tasche packen, Begleitperson und Rückfahrt bestätigen.
- Die letzten Tage: auf Alkohol verzichten, keine neuen Sportarten oder Diäten beginnen, ausreichend schlafen.
Der letzte Punkt wird oft übersehen. Eine Crash-Diät kurz vor dem Termin ist keine gute Idee, da ein Nährstoffmangel die Wundheilung verzögert. Wenn eine Gewichtsveränderung geplant ist, sollte sie vor der Operationsplanung erfolgen, nicht dazwischen. Die Ergebnisse fallen auch stabiler aus, wenn das Gewicht in den letzten Monaten konstant geblieben ist.
Was in die Tasche gehört
Für einen ambulanten Eingriff oder eine kurze stationäre Aufnahme reicht ein kleiner Umfang aus, aber das Wenige sollte vollständig sein.
- Lichtbildausweis, Versicherungskarte und die Unterlagen der Klinik
- Alle Befunde und Bilder, einschließlich der älteren
- Eine aktuelle Liste der Medikamente mit den entsprechenden Dosierungen.
- Der Stütz-BH und ein vorne zu öffnendes Oberteil
- Bequeme Hose, flache Schuhe zum Hineinschlüpfen und ein Haargummi.
- Ladekabel und eine Wasserflasche für nach der Freigabe sowie etwas zum Lesen.
Wertsachen und Schmuck sollten zu Hause bleiben. Auch Kontaktlinsen sollten nicht mitgenommen werden. Stattdessen sollten Sie eine Brille mitbringen.
Die letzten 24 Stunden
Am Vortag und am Morgen gelten feste Regeln, die Ihnen die Klinik schriftlich mitgibt. Üblich sind eine Nüchternheitsvorgabe für feste Nahrung und Flüssigkeit, ein Duschbad mit einer bestimmten Waschlotion, das Entfernen von Nagellack, Schmuck und Piercings sowie der Verzicht auf Creme im Operationsgebiet. Halten Sie sich genau daran, denn ein Verstoß gegen die Nüchternheit führt regelmäßig zur Verschiebung des Termins. Wie der Tag selbst abläuft, steht im Beitrag zum Operationstag von der Aufnahme bis zur Entlassung.
Wenn in dieser Zeit Zweifel aufkommen
Zweifel in den Wochen vor einem Eingriff sind normal und kein Zeichen einer falschen Entscheidung. Sie werden aber dann zum Thema, wenn sie sich nicht beruhigen lassen oder wenn Sie merken, dass wesentliche Fragen offen geblieben sind. In dem Fall ist ein weiterer Gesprächstermin der richtige Schritt, kein Durchhalten. Ein seriöser Operateur wird Ihnen diesen Termin geben und Ihnen keinen Druck machen. Warum diese Phase bewusst eingeplant wird, erklärt der Text zur Bedenkzeit zwischen Beratung und Operation.
Ihre Vorbereitung wurde gemeinsam durchgegangen.
In unserer Sprechstunde gehen wir die Vorbereitung Punkt für Punkt mit Ihnen durch. Sie erhalten eine schriftliche Liste mit allem, was Sie erledigen müssen, einschließlich der Termine für Voruntersuchungen und der Informationen zu den Medikamenten, die Sie pausieren müssen. Wir stimmen diese Abstimmung direkt mit der Anästhesie ab, damit Sie diese Organisation nicht selbst übernehmen müssen.
Wenn Sie zwischen den Terminen unsicher werden, rufen Sie an. Eine Frage zwei Wochen vorher zu klären, ist deutlich einfacher, als sie am Operationsmorgen zu stellen. Termine für eine Erstberatung oder ein weiteres Vorgespräch vereinbaren Sie über das Kontaktformular. Weitere Beiträge rund um Beratung und Vorbereitung finden Sie in der Rubrik Beratungsgespräch.
Welche spezifischen Vorgaben in Ihrem Fall gelten, hängt von Ihrer individuellen Vorgeschichte ab. Diese werden von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin individuell festgelegt. Verwenden Sie die Liste als Orientierung und besprechen Sie jeden Punkt, der bei Ihnen anders aussieht, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Kurz gefasst
Die Wochen vor einer Brustoperation umfassen ein Blutbild und eine Bildgebung, ein eigenes Narkosegespräch, eine ärztlich gesteuerte Anpassung der Medikation, eine Nikotinpause und die praktische Vorbereitung zu Hause. Am Vortag zählen Nüchternheit und Hautreinigung. Wer diese Punkte schriftlich abhakt, muss am Operationstag nur noch zum Krankenhaus kommen.
Beginnen Sie mit dem Einkauf und dem Umräumen. Diese Aufgaben sind ansonsten am Ende noch ausstehend.