Brustvergrößerung

Das Narkosegespräch vor der Brust-OP: Ablauf, Vorbereitung und Ihre Fragen

Ein zweites Gespräch, das oft unterschätzt wird

Vor einer Brustoperation in Vollnarkose führen Sie nicht nur ein Gespräch mit der Operateurin oder dem Operateur, sondern auch eines mit der Anästhesie. Viele Patientinnen erleben diesen Termin als Formalität, die kurz vor dem Eingriff abgehakt wird. Tatsächlich ist es das Gespräch, in dem über Ihre Sicherheit während der Operation entschieden wird.

Die Anästhesistin oder der Anästhesist beurteilt unabhängig vom operativen Team, ob eine Narkose für Sie vertretbar ist, welches Verfahren geeignet ist und welche Vorsichtsmaßnahmen nötig sind. Diese Einschätzung kann dazu führen, dass ein Termin verschoben wird, und das ist kein Rückschlag, sondern der Zweck der Untersuchung.

Wann das Gespräch stattfindet

Der Termin sollte mit ausreichendem Abstand zum Eingriff liegen, nicht erst am Operationstag. Der Grund ist praktisch: Ergibt sich ein Befund, der abgeklärt werden muss, braucht das Zeit. Ein Gespräch am Morgen der Operation lässt diese Zeit nicht.

Zwischen Aufklärung und Eingriff soll außerdem eine angemessene Bedenkzeit liegen, damit Sie die Informationen verarbeiten und Fragen nachreichen können. Bei planbaren ästhetischen Eingriffen ist das der Normalfall und nicht die Ausnahme.

Was Sie vorbereiten sollten

Der Nutzen des Gesprächs hängt stark davon ab, wie vollständig Ihre Angaben sind. Nehmen Sie folgende Unterlagen und Informationen mit:

  • Eine vollständige Liste aller Medikamente, einschließlich Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlicher Präparate
  • Angaben zu Allergien und Unverträglichkeiten, auch gegen Pflaster, Latex oder Desinfektionsmittel
  • Vorerkrankungen, insbesondere Herz, Lunge, Schilddrüse, Diabetes und Gerinnungsstörungen
  • Frühere Operationen und Narkosen sowie alles, was dabei aufgefallen ist
  • Narkosezwischenfälle in der Familie, soweit Ihnen bekannt
  • Aktuelle Befunde, Laborwerte und ein eventueller Allergiepass

Zwei Angaben werden besonders häufig verschwiegen, meist aus Verlegenheit: Rauchen und der Konsum von Alkohol oder anderen Substanzen. Beides beeinflusst die Narkoseführung und die Heilung unmittelbar. Die Anästhesie fragt nicht, um zu bewerten, sondern um die Dosierung und die Überwachung anzupassen. Warum ein Rauchstopp das Ergebnis schützt, beschreiben wir in Rauchen vor der Brust-OP.

Aerztin erklaert einer Patientin den Narkoseablauf anhand von Unterlagen

Was besprochen wird

Das Gespräch folgt einer festen Struktur, auch wenn es wie ein lockeres Gespräch geführt wird.

Die Anamnese. Ihre Vorgeschichte, Ihre Medikamente und Ihre Belastbarkeit im Alltag. Fragen wie die nach dem Treppensteigen sind kein Smalltalk, sondern eine Einschätzung Ihrer Herz-Kreislauf-Reserve.

Die körperliche Untersuchung. Dazu gehört auch die Beurteilung der Atemwege, etwa der Mundöffnung und der Beweglichkeit des Halses, weil das die Wahl des Verfahrens beeinflusst.

Das Narkoseverfahren. Bei Brustoperationen ist meist eine Vollnarkose vorgesehen. Besprochen wird, wie die Beatmung erfolgt, wie Sie überwacht werden und wie das Aufwachen abläuft.

Die Risiken. Häufige und harmlose Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Halskratzen oder Müdigkeit werden ebenso angesprochen wie seltene, aber ernste Risiken. Diese Aufklärung ist Pflicht und darf nicht abgekürzt werden, auch wenn sie unangenehm ist.

Das Vorgehen bei Medikamenten. Sie erfahren, welche Präparate Sie weiter einnehmen, welche pausiert werden und ab wann. Setzen Sie niemals eigenmächtig Medikamente ab.

Die Nüchternheit. Sie erhalten konkrete Zeiten für feste Nahrung und für klare Flüssigkeiten. Diese Vorgaben sind Sicherheitsvorgaben, keine Empfehlungen.

Welche Voruntersuchungen nötig sind

Welche Untersuchungen vor einer Narkose verlangt werden, richtet sich nach Ihrem Alter, Ihren Vorerkrankungen und dem geplanten Eingriff, nicht nach einer starren Liste. Bei einer gesunden jüngeren Patientin ohne Vorerkrankungen kann der Umfang gering sein.

Häufig gehören dazu eine Blutuntersuchung mit Blutbild und Gerinnungswerten sowie, je nach Vorgeschichte, ein Elektrokardiogramm. Weitere Untersuchungen kommen hinzu, wenn die Anamnese dafür einen Anlass gibt, etwa bei Herz- oder Lungenerkrankungen.

Wenn Sie bereits aktuelle Befunde von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt haben, bringen Sie diese mit. Doppeluntersuchungen kosten Zeit und belasten Sie ohne zusätzlichen Nutzen. Umgekehrt gilt: Werden Untersuchungen angeordnet, die Ihnen unnötig erscheinen, fragen Sie nach dem Grund. Eine nachvollziehbare Begründung sollte es immer geben.

Planen Sie für diese Untersuchungen genügend Vorlauf ein. Ein auffälliger Laborwert kurz vor dem Termin ist der häufigste Grund für eine kurzfristige Verschiebung, und mit ein paar Wochen Abstand lässt sich so etwas ohne Zeitdruck abklären.

Ambulant oder mit Übernachtung

Ob Sie nach dem Eingriff nach Hause gehen oder eine Nacht bleiben, ist keine reine Komfortfrage. Sie hängt vom Umfang der Operation, von Ihrem Gesundheitszustand und von Ihrer häuslichen Situation ab, und sie wird gemeinsam von Operateur und Anästhesie beurteilt.

Für eine ambulante Durchführung müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Sie brauchen eine erwachsene Begleitperson, die Sie abholt und die erste Nacht bei Ihnen bleibt. Sie dürfen an diesem Tag nicht selbst fahren, und zwar auch dann nicht, wenn Sie sich wach fühlen. Und Sie sollten erreichbar sein und wissen, wen Sie bei Problemen anrufen.

Eine Übernachtung bringt den Vorteil der Überwachung durch geschultes Personal, gerade in den ersten Stunden, in denen Schmerzen und Übelkeit am ehesten auftreten. Wenn Sie allein leben oder weit entfernt wohnen, sprechen Sie das offen an. Die Empfehlung fällt dann häufig anders aus, und das ist kein Zeichen für ein größeres Risiko, sondern für eine realistische Planung.

Klären Sie ebenfalls vorab, welche Schmerzmedikation Sie mitbekommen und wie Sie diese einnehmen sollen. Ein Rezept, das erst am Entlassungstag ausgestellt wird und in einer geschlossenen Apotheke eingelöst werden müsste, ist ein vermeidbares Ärgernis.

Fragen, die Sie stellen sollten

Notieren Sie sich Fragen vorher, denn im Termin selbst fällt vieles nicht mehr ein. Bewährt haben sich diese:

Welches Narkoseverfahren ist für mich vorgesehen, und warum dieses? Wer betreut mich während des gesamten Eingriffs? Wie wird der Schmerz danach behandelt, und was bekomme ich mit nach Hause? Ich hatte beim letzten Mal starke Übelkeit - was können Sie vorbeugend tun? Wie lange bleibe ich im Aufwachraum, und wann darf ich nach Hause?

Der Punkt zur Übelkeit lohnt sich besonders. Wenn Sie in der Vergangenheit schlecht auf eine Narkose reagiert haben, lässt sich das in der Planung berücksichtigen. Diese Information geht verloren, wenn Sie sie nicht aktiv erwähnen.

Vorbereiteter Anaesthesiearbeitsplatz mit Ueberwachungsmonitor

Nach dem Gespräch: die Einwilligung

Am Ende unterschreiben Sie eine Einwilligung. Diese Unterschrift bestätigt, dass Sie aufgeklärt wurden und die Informationen verstanden haben. Unterschreiben Sie erst, wenn beides zutrifft.

Wenn ein Punkt unklar geblieben ist, sagen Sie das. Es ist ausdrücklich zulässig, ein Formular mitzunehmen, in Ruhe zu lesen und Rückfragen zu stellen. Ebenso können Sie eine Begleitperson zum Gespräch mitbringen, was viele als hilfreich empfinden, weil zwei Menschen mehr behalten als einer.

Sie können Ihre Einwilligung außerdem jederzeit widerrufen, auch noch kurz vor dem Eingriff. Niemand darf Sie zu einer Operation drängen, zu der Sie sich nicht sicher fühlen.

Am Tag des Eingriffs

Halten Sie die Nüchternheitszeiten genau ein und melden Sie Abweichungen ehrlich, auch das vergessene Frühstück. Eine verschobene Operation ist unangenehm, eine Narkose bei nicht nüchternem Magen ist ein vermeidbares Risiko.

Melden Sie außerdem alles, was seit dem Vorgespräch neu ist: ein Infekt, Fieber, neue Beschwerden oder ein neues Medikament. Erkältungssymptome sind ein häufiger Grund für eine Verschiebung, und diese Entscheidung dient Ihrer Sicherheit.

Zur weiteren Vorbereitung finden Sie Hinweise in Die letzten Wochen vor der Brust-OP, und weitere Beiträge zum Ablauf in der Rubrik Brustvergrößerung. Bei offenen Fragen erreichen Sie uns über unser Kontaktformular. Verbindliche Auskünfte zur Narkose gibt ausschließlich die behandelnde Anästhesie im persönlichen Gespräch.

Persönliche Beratung

Lassen Sie sich unverbindlich beraten

Unsere Fachärzte beantworten Ihre Fragen — persönlich und diskret.

Gespräch vereinbaren