Beratungsgespräch

Vertrauen zum Brustchirurgen: Signale einer seriösen Beratung und Warnzeichen im Gespräch

Das Gespräch, das die Entscheidung trägt

Zwischen dem ersten Gedanken an eine Brustoperation und dem Eingriff liegt meist genau ein Moment, in dem sich entscheidet, ob Sie in guten Händen sind: das Beratungsgespräch. In dreißig bis sechzig Minuten zeigt sich, wie eine Praxis arbeitet, wie mit Ihren Fragen umgegangen wird und ob das, was Ihnen versprochen wird, realistisch ist. Die meisten Patientinnen spüren intuitiv, ob ein Gespräch gut war. Schwieriger ist es, dieses Gefühl in konkrete Beobachtungen zu übersetzen, die sich vergleichen lassen.

Dieser Beitrag beschreibt, was ein sorgfältiges Beratungsgespräch beim Brustchirurgen auszeichnet und welche Beobachtungen Anlass sein sollten, eine zweite Meinung einzuholen. Er ersetzt keine eigene Prüfung der Qualifikation; wie Sie Facharzttitel und Zertifikate einordnen, erklärt unser Beitrag zu Zertifikaten und Facharzttiteln.

Signale einer seriösen Beratung

Das Gespräch führt die Chirurgin oder der Chirurg selbst

Eine Vorbesprechung durch das Praxisteam ist normal. Die eigentliche Beratung, die Untersuchung und die Aufklärung führt aber die Person, die später operiert. Wer im Beratungsgespräch nur eine Beraterin ohne ärztliche Qualifikation trifft und den Operateur erst am OP-Tag sieht, sollte nachfragen.

Untersuchung vor der Empfehlung

Eine Empfehlung zu Implantatgröße, Form, Zugang oder Lage ist erst nach einer körperlichen Untersuchung möglich: Messung der Brustbasis, Beurteilung von Haut, Gewebe, Asymmetrien und Brustwarzenposition. Wer schon vor der Untersuchung ein bestimmtes Implantat nennt, hat sich nicht mit Ihrem Körper beschäftigt.

Es wird auch über Grenzen gesprochen

Nicht jeder Wunsch ist umsetzbar oder sinnvoll. Ein Chirurg, der erklärt, warum eine bestimmte Größe bei Ihrem Gewebe nicht empfehlenswert ist, oder warum eine Straffung nötig wäre, obwohl Sie nur an ein Implantat gedacht hatten, handelt in Ihrem Interesse, auch wenn das Gespräch dadurch unbequemer wird. Unser Beitrag über Unzufriedenheit mit dem Ergebnis zeigt, wie oft solche Fälle auf übergangene Grenzen zurückgehen.

Risiken werden konkret benannt

Kapselfibrose, Nachblutung, Infektion, Empfindungsstörungen, Asymmetrie, Narbenverlauf, Notwendigkeit späterer Eingriffe: Das gehört in jedes Gespräch, mit Zahlen, soweit sie bekannt sind, und mit der Erklärung, was im Fall des Falles geschieht. Ein Gespräch, in dem Risiken nur mit einem Satz abgetan werden, ist unvollständig.

Bedenkzeit ist selbstverständlich

Nach der Aufklärung erhalten Sie die Unterlagen mit nach Hause, und der Termin wird nicht am selben Tag fixiert. Eine angemessene Zeit zwischen Aufklärung und Eingriff ist bei ästhetischen Operationen nicht nur gute Praxis, sondern rechtlich geboten.

Transparenter Kostenvoranschlag

Ein schriftliches Angebot mit allen Positionen: Operateur, Anästhesie, Klinik, Implantate mit Hersteller und Modell, Nachsorge, Kompressionswäsche, eventuelle Übernachtung. Und eine klare Aussage, was bei Korrekturen gilt.

Chirurg zeigt Patientin im Beratungsgespräch ein Implantatmuster und die Aufklärungsunterlagen

Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten

  • Zeitdruck. "Der Termin ist nur diese Woche frei", "Das Angebot gilt nur heute". Seriöse Praxen arbeiten nicht mit Fristen, die Ihre Bedenkzeit verkürzen.
  • Rabatte und Pakete. Aktionspreise, Kombiangebote mit anderen Eingriffen, Preisnachlässe bei Buchung im Gespräch. Eine Operation ist keine Ware mit Saisonpreis.
  • Versprechen statt Prognosen. "Garantiert natürlich", "keine sichtbare Narbe", "Sie werden begeistert sein". Kein Chirurg kann ein Ergebnis garantieren, und wer es tut, wird im Fall einer Komplikation kaum verlässlich sein.
  • Vorher-Nachher-Bilder als Hauptargument. Bilder können Ihnen zeigen, was ästhetisch angestrebt wird. Wenn sie aber die Untersuchung und die individuelle Erklärung ersetzen, oder wenn sie nur perfekte Fälle zeigen, fehlt etwas. Fragen Sie auch nach schwierigen Verläufen.
  • Keine Fragen an Sie. Ein gutes Gespräch beginnt mit Ihrer Motivation, Ihren Erwartungen, Ihrer Gesundheit und Ihrem Alltag. Wer nichts fragt, kann nichts einordnen.
  • Ausweichen bei Qualifikation und Zahlen. Facharztbezeichnung, Anzahl der jährlichen Eingriffe dieser Art, Komplikationsrate, Umgang mit Korrekturen: Das sind faire Fragen. Ausweichende oder gereizte Antworten sind ein Signal.
  • Das Gespräch findet nur online oder telefonisch statt. Eine Videosprechstunde ist ein sinnvoller erster Schritt, wie unser Beitrag zur Online-Beratung beschreibt. Als alleinige Grundlage einer Operation reicht sie nicht.
  • Druck auf Zusatzleistungen. Wenn Ihnen im Gespräch weitere Eingriffe angeboten werden, die Sie nicht angesprochen haben, ist Zurückhaltung angebracht.

Was Sie selbst beitragen können

Ein Beratungsgespräch ist ein Dialog. Sie erleichtern es, wenn Sie vorbereitet kommen: mit Ihrer Krankengeschichte, aktuellen Medikamenten, früheren Operationen, einer ehrlichen Beschreibung dessen, was Sie sich wünschen und was Sie befürchten, und einer Liste von Fragen. Notieren Sie sich während des Gesprächs die Antworten, oder bitten Sie um Erlaubnis, sie mitzuschreiben. Vergleichen Sie danach nicht nur Preise, sondern die Qualität der Antworten. Es ist üblich und sinnvoll, zwei oder drei Gespräche zu führen, bevor Sie sich festlegen.

Notizblock mit vorbereiteten Fragen für das Beratungsgespräch beim Brustchirurgen

Ein Beispiel für ein gutes und ein schlechtes Gespräch

Zwei Patientinnen mit demselben Wunsch, einer Brustvergrößerung um etwa eine Körbchengröße, führen jeweils ein Beratungsgespräch. Bei der ersten beginnt die Chirurgin mit Fragen: seit wann der Wunsch besteht, ob es einen Anlass gibt, wie der Alltag aussieht, ob Sport getrieben wird, ob Kinder geplant sind. Sie untersucht, misst, erklärt, was das Gewebe zulässt, und zeigt zwei Implantatgrößen, die aus ihrer Sicht in Frage kommen, mit Begründung. Sie spricht über Kapselfibrose und über die Wahrscheinlichkeit eines späteren Wechsels, gibt die Unterlagen mit und schlägt vor, in zwei Wochen erneut zu sprechen. Am Ende weiß die Patientin mehr über ihre Möglichkeiten als vorher, auch über die, die sie nicht wollte.

Bei der zweiten Patientin beginnt das Gespräch mit einem Katalog und Vorher-Nachher-Bildern. Die gewünschte Größe wird ohne Untersuchung bestätigt, die Risiken in einem Satz abgehandelt, und noch im Gespräch wird ein Termin in drei Wochen angeboten, verbunden mit einem Preisnachlass bei sofortiger Anzahlung. Fragen nach der Anzahl der Eingriffe pro Jahr werden mit einem Verweis auf die Bewertungen beantwortet. Die Patientin verlässt die Praxis mit einem Angebot, aber ohne Wissen. Beide Gespräche haben eine halbe Stunde gedauert. Der Unterschied liegt nicht in der Zeit, sondern in der Richtung, in die sie gelenkt wurde.

Wenn das Gefühl nicht stimmt

Manchmal sind alle formalen Kriterien erfüllt, und trotzdem fühlen Sie sich nicht ernst genommen, unter Druck gesetzt oder nicht verstanden. Nehmen Sie das ernst. Sie werden diese Person in einer verletzlichen Situation wiedersehen, am OP-Tag und in der Nachsorge, und Sie müssen ihr im Fall einer Komplikation vertrauen können. Eine zweite Meinung ist keine Kränkung des ersten Chirurgen, sondern Teil einer sorgfältigen Entscheidung. Und ein Gespräch, das Ihnen ausdrücklich dazu rät, ist meist ein gutes Zeichen für die Praxis, die es geführt hat.

Beratungsgespräche über brustchirurg.com

Die Fachärztinnen und Fachärzte, die Sie über brustchirurg.com erreichen, führen das Beratungsgespräch persönlich, untersuchen vor jeder Empfehlung, klären schriftlich und mit Bedenkzeit auf und legen einen vollständigen Kostenvoranschlag vor. Wir stellen Ihnen auf Wunsch zwei oder drei Praxen vor, damit Sie vergleichen können. Weitere Beiträge zum Ablauf finden Sie in der Kategorie Beratungsgespräch; für eine Vermittlung nehmen Sie Kontakt auf.

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